Die einfachste Maßnahme überhaupt: richtig eingestellt, spart die Heizkurve sofort Energie — ganz ohne Anschaffungskosten.
Die Heizkurve legt fest, wie heiß das Heizwasser bei welcher Außentemperatur in die Heizkörper fließt. Bei der Installation stellen Handwerker sie häufig bewusst zu hoch ein — als Sicherheitspuffer, damit garantiert niemand friert. Das Resultat: Die Heizung läuft Jahre oder Jahrzehnte lang mit einer unnötig hohen Vorlauftemperatur und verschwendet dabei spürbar Energie.
Eine korrekt eingestellte Heizkurve liefert genau so viel Wärme, wie für die jeweilige Außentemperatur nötig ist — nicht mehr und nicht weniger. Das Absenken der Heizkurve um 5–10 °C ist bei den meisten Häusern ohne Komfortverlust möglich.
Bei modernen, gut gedämmten Häusern ist eine starke Nachtabsenkung oft kontraproduktiv — das Wiederaufheizen am Morgen kostet mehr Energie, als die Absenkung einspart. Bei älteren, weniger gut gedämmten Gebäuden mit klassischer Heizkörperheizung lohnt sich eine moderate Absenkung von 2–3 °C über Nacht dagegen meist.
Wichtige Ausnahme: Bei Wärmepumpen sollte die Nachtabsenkung sehr vorsichtig oder gar nicht eingesetzt werden — das Wiederaufheizen am Morgen erfordert oft den ineffizienten Heizstab statt des Kompressors, was die Einsparung der Nacht wieder zunichtemacht.
Die Heizkurve wird direkt am Heizungsregler (oder über die App bei smarten Systemen) eingestellt. Übliche Parameter sind „Steilheit" und „Niveau" — die Steilheit bestimmt, wie stark die Vorlauftemperatur mit fallender Außentemperatur ansteigt.
Empfohlenes Vorgehen: Steilheit in kleinen Schritten (0,1–0,2) reduzieren, dann ein bis zwei kalte Tage abwarten und prüfen, ob alle Räume noch ausreichend warm werden. Bei Unsicherheit hilft der Heizungsbauer beim nächsten Wartungstermin meist kostenlos weiter — die korrekte Einstellung ist Teil der ohnehin geschuldeten Inbetriebnahme.
Die Heizkurven-Optimierung entfaltet ihre volle Wirkung erst zusammen mit dem hydraulischen Abgleich: Erst wenn alle Heizkörper gleichmäßig versorgt werden, lässt sich die Vorlauftemperatur ohne Komfortverlust weiter absenken. Wer beide Maßnahmen kombiniert, erreicht oft 10–13 % Einsparung bei unter 1.000 Euro Gesamtkosten.
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