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Fassadendämmung: Kosten, Förderung und Wirtschaftlichkeit 2026

Die größte Einzeleinsparung an der Gebäudehülle — aber auch die teuerste Maßnahme. Was sie kostet, was gefördert wird und wann sie sich lohnt.

10.000–30.000 €
Typische Kosten für eine vollständige Fassadendämmung (EFH)
bis 20 %
BAFA/KfW-Förderung der förderfähigen Kosten
~25 %
Typische Heizwärmebedarf-Reduktion bei ungedämmter Bestandsfassade

Was kostet eine Fassadendämmung 2026?

Die Fassadendämmung ist die teuerste, aber auch wirksamste Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus (ca. 150 m² Fassadenfläche) liegen die Kosten 2026 typischerweise zwischen 10.000 und 30.000 Euro — abhängig von Dämmstoff, -dicke und ob ohnehin ein Fassadenanstrich anstand.

Preistreiber im Detail:

• Wärmedämmverbundsystem (WDVS) mit Polystyrol: ca. 120–180 €/m² Fassadenfläche
• WDVS mit Mineralwolle (nicht brennbar): ca. 150–220 €/m²
• Vorhangfassade mit Hinterlüftung: ca. 200–300 €/m² (höherwertig, langlebiger)
• Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk: deutlich günstiger, ca. 30–60 €/m², aber nur bei geeigneter Bauweise möglich

Gerüstkosten (oft unterschätzt) machen 10–15 % der Gesamtsumme aus — lohnt sich daher, die Dämmung mit einer ohnehin nötigen Fassadensanierung zu kombinieren.

Förderung: BAFA und KfW im Zusammenspiel

Die Fassadendämmung ist über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig — als Einzelmaßnahme über das BAFA oder im Förderkredit-Paket über die KfW (Programm 261 bei einer Komplettsanierung zum Effizienzhaus).

Basisförderung: 15 % der förderfähigen Kosten

iSFP-Bonus: +5 Prozentpunkte, wenn die Maßnahme aus einem individuellen Sanierungsfahrplan stammt — macht effektiv 20 % Förderung

Wichtig: Die Förderquote für reine Hülle-Maßnahmen liegt unter der für den Heizungstausch (bis 70 %). Genau deshalb lohnt sich der iSFP — er ist der einzige Weg, bei der Dämmung noch zusätzliche Prozentpunkte zu sichern.

Der Antrag muss vor Auftragsvergabe gestellt werden — sonst entfällt der Förderanspruch vollständig.

Warum Hülle vor Heizung? Die physikalische Logik

Eine gedämmte Fassade reduziert den Heizwärmebedarf um rund 25 % — bei einem typischen Bestandsgebäude eine der größten Einzeleinsparungen überhaupt, noch vor dem Heizungstausch.

Der entscheidende Grund, warum Energieberater fast immer empfehlen, zuerst die Hülle und erst danach die Heizung anzugehen: Eine spätere Wärmepumpe muss nur noch die reduzierte Heizlast eines gedämmten Gebäudes abdecken. Das bedeutet eine kleinere, günstigere WP-Dimensionierung und einen höheren COP, weil die Vorlauftemperatur niedriger sein kann.

Wer die Reihenfolge umdreht — zuerst eine groß dimensionierte WP einbaut und erst danach dämmt — zahlt für eine überdimensionierte Anlage, die er gar nicht gebraucht hätte.

Lohnt sich die Fassadendämmung für mein Haus?

Die Wirtschaftlichkeit hängt stark vom Ausgangszustand ab:

• Baujahr vor 1979 (vor erster Wärmeschutzverordnung): meist sehr lohnend, oft 30 %+ Einsparung möglich
• Baujahr 1979–1995: moderate Einsparung, Lohnt sich meist in Kombination mit ohnehin nötiger Fassadensanierung
• Baujahr nach 1995: geringeres Einsparpotenzial, da meist schon Mindestdämmung vorhanden

Faustregel für die Amortisation: Bei steigenden Energiepreisen (Bio-Treppe, CO₂-Preis nach GModG) amortisiert sich eine geförderte Fassadendämmung am ungedämmten Altbau meist innerhalb von 15–20 Jahren — bei einer Nutzungsdauer von 40+ Jahren eine sehr lange wirtschaftliche Lebensdauer.

Eine Energieberatung mit individuellem Sanierungsfahrplan zeigt die exakte Wirtschaftlichkeit für Ihr Gebäude — inklusive der Reihenfolge mit anderen Maßnahmen.

Häufige Fragen zur Fassadendämmung

Richtige Reihenfolge planen

Welche Maßnahme passt zuerst zu Ihrem Haus?

Der Maßnahmen-Guide rankt alle Sanierungsschritte nach Wirtschaftlichkeit für Ihr individuelles Profil — Hülle und Heizung in der richtigen Reihenfolge.

Zum Maßnahmen-Guide →