Die größte Einzeleinsparung an der Gebäudehülle — aber auch die teuerste Maßnahme. Was sie kostet, was gefördert wird und wann sie sich lohnt.
Die Fassadendämmung ist die teuerste, aber auch wirksamste Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus (ca. 150 m² Fassadenfläche) liegen die Kosten 2026 typischerweise zwischen 10.000 und 30.000 Euro — abhängig von Dämmstoff, -dicke und ob ohnehin ein Fassadenanstrich anstand.
Preistreiber im Detail:
• Wärmedämmverbundsystem (WDVS) mit Polystyrol: ca. 120–180 €/m² Fassadenfläche
• WDVS mit Mineralwolle (nicht brennbar): ca. 150–220 €/m²
• Vorhangfassade mit Hinterlüftung: ca. 200–300 €/m² (höherwertig, langlebiger)
• Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk: deutlich günstiger, ca. 30–60 €/m², aber nur bei geeigneter Bauweise möglich
Gerüstkosten (oft unterschätzt) machen 10–15 % der Gesamtsumme aus — lohnt sich daher, die Dämmung mit einer ohnehin nötigen Fassadensanierung zu kombinieren.
Die Fassadendämmung ist über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig — als Einzelmaßnahme über das BAFA oder im Förderkredit-Paket über die KfW (Programm 261 bei einer Komplettsanierung zum Effizienzhaus).
Basisförderung: 15 % der förderfähigen Kosten
iSFP-Bonus: +5 Prozentpunkte, wenn die Maßnahme aus einem individuellen Sanierungsfahrplan stammt — macht effektiv 20 % Förderung
Wichtig: Die Förderquote für reine Hülle-Maßnahmen liegt unter der für den Heizungstausch (bis 70 %). Genau deshalb lohnt sich der iSFP — er ist der einzige Weg, bei der Dämmung noch zusätzliche Prozentpunkte zu sichern.
Der Antrag muss vor Auftragsvergabe gestellt werden — sonst entfällt der Förderanspruch vollständig.
Eine gedämmte Fassade reduziert den Heizwärmebedarf um rund 25 % — bei einem typischen Bestandsgebäude eine der größten Einzeleinsparungen überhaupt, noch vor dem Heizungstausch.
Der entscheidende Grund, warum Energieberater fast immer empfehlen, zuerst die Hülle und erst danach die Heizung anzugehen: Eine spätere Wärmepumpe muss nur noch die reduzierte Heizlast eines gedämmten Gebäudes abdecken. Das bedeutet eine kleinere, günstigere WP-Dimensionierung und einen höheren COP, weil die Vorlauftemperatur niedriger sein kann.
Wer die Reihenfolge umdreht — zuerst eine groß dimensionierte WP einbaut und erst danach dämmt — zahlt für eine überdimensionierte Anlage, die er gar nicht gebraucht hätte.
Die Wirtschaftlichkeit hängt stark vom Ausgangszustand ab:
• Baujahr vor 1979 (vor erster Wärmeschutzverordnung): meist sehr lohnend, oft 30 %+ Einsparung möglich
• Baujahr 1979–1995: moderate Einsparung, Lohnt sich meist in Kombination mit ohnehin nötiger Fassadensanierung
• Baujahr nach 1995: geringeres Einsparpotenzial, da meist schon Mindestdämmung vorhanden
Faustregel für die Amortisation: Bei steigenden Energiepreisen (Bio-Treppe, CO₂-Preis nach GModG) amortisiert sich eine geförderte Fassadendämmung am ungedämmten Altbau meist innerhalb von 15–20 Jahren — bei einer Nutzungsdauer von 40+ Jahren eine sehr lange wirtschaftliche Lebensdauer.
Eine Energieberatung mit individuellem Sanierungsfahrplan zeigt die exakte Wirtschaftlichkeit für Ihr Gebäude — inklusive der Reihenfolge mit anderen Maßnahmen.
Der Maßnahmen-Guide rankt alle Sanierungsschritte nach Wirtschaftlichkeit für Ihr individuelles Profil — Hülle und Heizung in der richtigen Reihenfolge.
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