Wer sein Haus sanieren will, braucht keinen Kraftakt auf einmal — sondern einen klugen Plan. Der individuelle Sanierungsfahrplan zeigt Ihnen genau, welche Maßnahme wann sinnvoll ist und wie Sie Schritt für Schritt zur Effizienzhaus-Klasse gelangen.
Wir vermitteln Sie kostenfrei an einen Energieberater in Ihrer Region.
Der individuelle Sanierungsfahrplan — kurz iSFP — ist ein staatlich gefördertes Beratungsinstrument aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Ein zugelassener Energieberater aus der BAFA-Expertenliste analysiert Ihr Gebäude vollständig und entwickelt einen maßgeschneiderten Modernisierungsplan mit einem Planungshorizont von bis zu 15 Jahren.
Das Besondere: Sie müssen nicht alles auf einmal sanieren. Der iSFP zeigt, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge technisch und wirtschaftlich sinnvoll sind. Die Kosten für die Erstellung liegen zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Die BAFA übernimmt davon bis zu 80 Prozent — Ihr tatsächlicher Eigenanteil beträgt damit oft nur 300 bis 500 Euro.
Wer nach iSFP saniert, erhält zudem einen Bonus von 5 Prozentpunkten auf die regulären BEG-Fördersätze.
Am Anfang steht eine gründliche Bestandsaufnahme. Der Energieberater bewertet die gesamte Gebäudehülle: Dach, Außenwände, Kellerdecke, Fenster und Türen. Er spürt Wärmebrücken auf, prüft den vorhandenen Energieausweis und analysiert Heizsystem sowie Lüftungskonzept.
Das Ergebnis ist eine klare Kosten-Nutzen-Analyse für jede mögliche Maßnahme. Sie sehen auf einen Blick: Was kostet die Dämmung der Fassade — und wie viel Energie spare ich damit jährlich ein? Welche Kombination von Maßnahmen bringt mich mit möglichst geringem Aufwand auf eine bestimmte Effizienzklasse?
Die Reihenfolge der Sanierungsschritte ist kein Zufall, sondern Physik. Die bewährte Faustformel lautet: Erst die Gebäudehülle verbessern, dann die Heizung erneuern.
Warum? Jede Dämmmaßnahme reduziert den Wärmebedarf des Gebäudes. Eine spätere Wärmepumpe muss dann eine deutlich geringere Heizlast abdecken und kann kleiner und günstiger dimensioniert werden. Wer zuerst eine große Wärmepumpe einbaut und danach dämmt, hat unnötig Geld ausgegeben.
Typische Reihenfolge im iSFP:
1. Dachboden oder oberste Geschossdecke dämmen
2. Kellerdecke dämmen
3. Fassade mit WDVS oder Kerndämmung
4. Fenster und Außentüren ersetzen
5. Heizungsanlage tauschen (Wärmepumpe, Pellets oder Fernwärme)
6. Kontrollierte Wohnraumlüftung nachrüsten
Dieser Schritt ist der kritischste im gesamten Prozess: Förderanträge müssen gestellt werden, bevor Sie einen Handwerker beauftragen. Wer zuerst unterschreibt und dann den Antrag stellt, verliert den Förderanspruch vollständig.
Für Heizungsmaßnahmen (Wärmepumpe, Pelletkessel, Fernwärmeanschluss) ist die BAFA zuständig — Programm BEG EM (Einzelmaßnahmen). Für Maßnahmen an der Gebäudehülle ist die KfW der richtige Ansprechpartner, insbesondere das KfW-Programm 261.
Timing-Tipp: Stellen Sie den Antrag, warten Sie auf die Förderzusage (in der Regel 2–4 Wochen), und vergeben Sie erst dann den Auftrag.
Mit gültiger Förderzusage können Sie Angebote einholen und Aufträge vergeben. Achten Sie darauf, Fachbetriebe zu wählen, die Erfahrung mit geförderten Projekten haben und die Dokumentationspflichten kennen.
Bei der Wärmepumpe ist der hydraulische Abgleich keine optionale Zusatzleistung, sondern gesetzlich vorgeschrieben — im GModG ist dieser in §60c verankert. Ohne korrekt durchgeführten hydraulischen Abgleich arbeitet das Heizsystem ineffizient, und der Förderanspruch kann gefährdet sein. Bestehen Sie auf einem Abnahmeprotokoll.
Nach Abschluss der Arbeiten reichen Sie bei der BAFA den Verwendungsnachweis ein. Dafür benötigen Sie Rechnungen, den Nachweis der Zahlung sowie gegebenenfalls die Bestätigung des Fachunternehmens (BzA).
Parallel dazu lohnt sich ein Blick auf §35c EStG: Wer Sanierungsmaßnahmen steuerlich geltend machen möchte, benötigt eine spezielle Bescheinigung des ausführenden Fachbetriebs nach amtlichem Muster. Diese muss vor der Steuererklärung vorliegen und kann nicht nachträglich ausgestellt werden — also frühzeitig anfordern.
Ein vollständiges Sanierungsprojekt braucht Zeit. Von der ersten Energieberatung bis zur finalen Fördermittelauszahlung sollten Sie realistisch 12 bis 24 Monate einplanen:
• Monate 1–3: Energieberatung, iSFP-Erstellung, Förderantrag
• Monate 3–6: Planung, Angebotseinholung, Auftragsvergabe
• Monate 6–18: Bauausführung (je nach Umfang gestaffelt)
• Monate 18–24: Abnahme, Verwendungsnachweis, Auszahlung
Wer den iSFP-Bonus nutzen will, kann Maßnahmen auch über mehrere Jahre strecken — der Plan ist 15 Jahre gültig und begleitet Sie durch alle Sanierungsphasen.
Den Eigenanteil finanzieren
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