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Grundlagen · Gesetz

GEG vs. GModG: Was ist der Unterschied — und was gilt jetzt für mein Haus?

GEG und GModG werden häufig verwechselt. Dabei regeln sie grundlegend verschiedene Dinge. Einfach erklärt — mit Vergleichstabelle.

GEG
regelt was eingebaut werden darf — beim Neubau und beim Heizungstausch
GModG
regelt was der Betrieb kostet — Bio-Treppe, CO₂-Kostenteilung, Netzentgelt
beide
gelten gleichzeitig — GEG und GModG ergänzen sich und erzeugen gemeinsam den Transformationsdruck
GEG vs. GModG — direkter Vergleich
MerkmalGEGGModG (2026)
Was regelt es?Anforderungen an neue Heizungsanlagen und NeubautenBetriebskosten bestehender Gasheizungen durch Biomethan-Pflicht und CO₂-Kostenteilung
Gilt für?Neubau und HeizungstauschAlle Gebäude mit Gasheizung — auch Bestandsanlagen
Direkte WirkungVerbot bestimmter Heizungen beim EinbauSteigende Betriebskosten durch Bio-Pflicht und CO₂-Aufteilung
Kern-Paragraphen§10, §15, §71 (neu)§43 (Bio-Treppe), §5a (CO₂-Kostenteilung)
Zeitlicher EinstiegSofort (bei Neubau / Tausch)Ab 2026 (Bio-Treppe + §5a), 2028 (Netzentgelt)
Gasheizung verboten?Eingeschränkt (abhängig vom Typ)Nein — nur verteuert

GEG und GModG — zwei Gesetze, ein Ziel

Im Bereich Heizung und Gebäude hört man aktuell zwei Abkürzungen sehr häufig: GEG und GModG. Beide haben das Ziel, den Gebäudesektor klimafreundlicher zu machen — aber sie greifen an ganz unterschiedlichen Stellen an.

Stellen Sie sich das so vor:
• GEG ist die „Einbau-Regelung": Was darf in mein Haus, wenn ich neu baue oder die Heizung tausche?
• GModG ist die „Betriebskosten-Regelung": Was kostet mich die bestehende Heizung von Jahr zu Jahr?

Beide Gesetze zusammen erzeugen einen wirtschaftlichen Transformationsdruck — ohne direktes Verbot bestehender Anlagen.

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG): Was es regelt

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist seit 2020 das zentrale Energiegesetz für Gebäude in Deutschland. Es legt fest:

• Welche Mindeststandards neu gebaute Häuser erfüllen müssen (Niedrigstenergiegebäude-Standard)
• Welche Heizungsanlagen beim Neubau oder beim Heizungstausch eingebaut werden dürfen
• Welche erneuerbaren Energien anteilig genutzt werden müssen

Das GEG wurde 2023 kontrovers diskutiert, als §71 eingeführt wurde, der beim Heizungstausch einen 65%-Anteil erneuerbarer Energien verlangte. In der Praxis bedeutete das für viele: Wärmepumpe oder Fernwärme.

Mit dem GModG wird §71 des GEG faktisch abgelöst und vereinfacht: Eigentümer haben mehr Wahlfreiheit — auch neue Gasheizungen sind wieder unter Bedingungen zulässig. Die Bedingung heißt dann: Bio-Treppe und CO₂-Kosten nach GModG.

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG): Was es regelt

Das GModG (Referentenentwurf Mai 2026) ergänzt und teilweise ersetzt das GEG. Seine Kernregelungen:

§43 Bio-Treppe: Gaslieferanten müssen ab 2026 einen steigenden Anteil Biomethan beimischen — 2 % (2026) bis 60 % (2040). Die Mehrkosten tragen die Verbraucher über den Gaspreis.

§5a CO₂-Kostenteilung: Vermieter werden ab 2026 an den CO₂-Kosten beteiligt — je ineffizienter das Gebäude, desto mehr Anteil zahlt der Vermieter (bis zu 95 %).

Netzentgelt (ab 2028): Neue Gasheizungen in Bestandsgebäuden zahlen ab 2028 ein erhöhtes Netzentgelt — als wirtschaftliches Signal für die auslaufende Gasinfrastruktur.

Technologieoffenheit: Im Gegensatz zu §71 GEG macht das GModG keine Vorgabe, welches Heizsystem eingebaut werden soll. Eigentümer dürfen weiterhin Gasheizungen einbauen — aber sie werden wissen, dass das langfristig teurer wird.

Was gilt jetzt für mein Haus — GEG oder GModG?

Beide Gesetze gelten gleichzeitig. Das ist wichtig zu verstehen: GEG und GModG schließen sich nicht aus — sie ergänzen sich.

Szenario 1 — Bestandsgebäude, keine neue Heizung: Das GEG greift nicht direkt (kein Neubau, kein Tausch). Das GModG greift ab 2026 mit Bio-Treppe und CO₂-Kostenteilung.

Szenario 2 — Neue Heizung (Austausch): Das GEG bestimmt, was zulässig ist. Das GModG bestimmt, was der Betrieb langfristig kostet. Beide zusammen informieren die Wirtschaftlichkeitsrechnung.

Szenario 3 — Neubau: Das GEG gilt vollständig (Niedrigstenergiestandard). Das GModG ist relevant, wenn Gas als Heizoption in Betracht gezogen wird.

Faustregel: GEG ist die Ja/Nein-Entscheidung beim Einbau. GModG ist die Euro-Entscheidung beim Betrieb.

Welche weiteren Gesetze sind relevant?

Neben GEG und GModG gibt es weitere Regelwerke, die beim Heizen eine Rolle spielen:

BEHG (Brennstoffemissionshandelsgesetz): Legt den CO₂-Preis auf fossile Brennstoffe fest (Gas, Öl, Kohle). Der BEHG-CO₂-Preis ist unabhängig vom GModG — aber das GModG regelt, wer ihn in Mietverhältnissen trägt (§5a).

BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude): Die Förderrichtlinie für Heizungstausch und Sanierung. BAFA-Zuschüsse und KfW-Kredite laufen über die BEG. Das GModG schafft den Anreiz, die BEG-Förderung zu nutzen — sie sind kein Teil des Gesetzes, aber direkt damit verknüpft.

EnEV (Energieeinsparverordnung): Vorgänger des GEG, gilt für ältere Bestandsgebäude. Wurde durch das GEG weitgehend abgelöst.

GEG-Reform 2026: Was ändert das GModG am GEG?

Das GModG ist kein eigenständiges Gesetz neben dem GEG — es ist ein Änderungsgesetz, das das GEG reformiert und erweitert. Der vollständige Titel lautet: „Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes" (das dann als GModG firmiert).

Die wichtigsten Änderungen am GEG durch das GModG:

• §71 (65%-EE-Pflicht beim Heizungstausch) wird vereinfacht und durch die Bio-Treppe ersetzt
• §5a (CO₂-Kostenteilung) wird neu eingeführt
• §43 (Bio-Treppe) wird neu eingeführt
• Technologieoffenheit wird gestärkt — Gasheizungen bleiben zulässig

In der Praxis werden GEG und GModG oft synonym verwendet, wenn es um Heizungsregulierung geht. Korrekt ist: Das GModG ist die 2026er Reform des GEG.

Häufige Fragen zu GEG und GModG

GModG in Zahlen

Was kostet Sie das GModG konkret?

Verbrauch eingeben — der klarino-Rechner zeigt Bio-Treppe und CO₂-Preis bis 2040 für Ihre Rolle als Eigentümer, Vermieter oder Mieter.

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